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Krankenhauszukunftsgesetz- KHZG

KHZG

Das Krankenhauszukunftsgesetz, kurz KHZG, was für ein Wort, perfekt für ein Galgenrätsel. Dort werden häufig auch Wörter verwendet, die lang und sperrig sind und am Ende kaum jemand kennt. Der Begriff KHZG ist bisher in den meisten Kliniken nur einer kleinen Gruppe von Mitarbeitenden bekannt, bzw. können sie einordnen, welche großartige Bedeutung hinter den vier Buchstaben schlummert.

Jens Spahn, vielen noch als unser Gesundheitsminister ein Begriff, hat dafür gesorgt, dass dieses Gesetz am 29. Oktober 2020 in Kraft getreten ist. Kurz zusammengefasst dient das Gesetz der Förderung einer qualitativ hochwertigen und modernen Gesundheitsversorgung und der Bewältigung der Covid19 Pandemie. Es betrifft die Finanzierung von Investitionsmaßnahmen im Krankenhausbereich. Zwei Sätze aneinandergereiht, die in ihrer Formulierung nicht langweiliger sein könnten. Politisch korrekt halt. Seit dem Frühjahr 2021 beschäftige ich mich inzwischen mit dem KHZG, und meine Satzformulierungen zu dem Thema klingen etwas anders. Die Kliniken in Deutschland werden seit den 90er Jahren unterfinanziert. Geld für Investitionen in moderne Technik und digitale Prozesse fehlt an allen Ecken und Enden. Die meisten Kliniken bekommen dabei den jährlichen Preis als beste Digitalisierungswüsten gratis zu den Verhandlungen mit den Krankenkassen dazu. Die Covid19 Pandemie hat das Problem der verschleppten Digitalisierung im Gesundheitswesen sehr transparent gemacht. Die Entscheider im Bundesgesundheitsministerium haben das inzwischen auch gemerkt und wollen die Fehler der Vergangenheit korrigieren.

An der Stelle wird es spannend! Das KHZG sorgt dafür, dass alle Kliniken in Deutschland zusammen 4,3 Milliarden Euro an Fördergeldern erhalten, um Digitalisierungsprojekte zu realisieren. Somit landet auch ein Teil des Geldes bei uns im Diako, um fleißig in digitale Ideen zu investieren. Genaugenommen sind bereits ein paar Millionen auf dem Konto der Klinik gelandet und die damit verbundenen Projekte alle in Planung.

Und es wird noch besser, wir MÜSSEN dieses Geld für die von uns definierten Projekte bis zum Januar 2025 ausgeben, so möchte es der Gesetzgeber. Wenn wir das nicht tun, könnte es zu Strafzahlungen kommen bzw. ein Teil des Gelds vom Ministerium zurückgefordert werden. Ob das dann wirklich so geschieht oder die Frist verlängert wird, weil man zeitlich nicht alle Projekte verwirklichen konnte, wird die Zukunft zeigen.

Wir stellen jetzt die Weichen für die strategische Ausrichtung unserer Klinik unter Berücksichtigung der Digitalisierung.

Man erkennt: „Es ist nichts so beständig, wie der Wandel.“ Das wusste bereits Heraklit um 500 v. Chr.

SO, genug drum herumgeredet. In der Tat gibt es ein paar Projekte, die die Behandlungs-und Pflegeprozesse am Diako verändern werden:

  1. Ein Unit Dose Automat wird durch die Fördergelder finanziert. Alle Arzneimittel werden durch die Klinikapotheke patientenindividuell zusammengestellt, verpackt und etikettiert. Dies geschieht mittels eines Blisterautomaten, um anschließend die Stationen zu beliefern. Die Planungen dazu laufen bereits, ein Umbau der Klinikapotheke wird noch dieses Jahr begonnen.
  2. Es wird eine neue Form der Pflegedokumentation in iMedOne eingeführt. Durch die Eingabe von bestimmten Parametern bei stationärer Aufnahme eines Patienten werden automatisiert Werte abgeleitet, wie z.B. Scoringwerte, BMI, Pflegeplanung, Statistiken usw.
  3. Mobile Vitaldatenmonitore sorgen zukünftig dafür, dass die Vitalzeichen automatisiert in der jeweiligen Patientenkurve landen. Dafür sind ca. 50 mobile Vitaldatenmonitore als Teilprojekt eingeplant.
  4. Auch wird die Kommunikation von Bedürfnissen der Patient:innen durch die Nutzung einer App auf Stationstablets erleichtert. Die zuständigen verantwortlichen Mitarbeitenden der Station haben die Möglichkeit Nachrichten mit Patient:innen über das Tablet auszutauschen.


Weitere Projekte sind in Planung…

…und wenn jetzt noch jemand glaubt, die Digitalisierung setzt sich nicht durch, kann über folgendes Zitat nachdenken. „Zu niemandem ist man ehrlicher als zum Suchfeld von GOOGLE.“

Na und wann hast DU das letzte Mal gegoogelt…?

Björn Müller

Björn Müller

Projektmanager für Digitalisierung B.A.,
Gesundheits-und Krankenpfleger am Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg

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